Michael Sarnoski erklärt, warum 'The Death of Robin Hood' das Publikum herausfordert

Michael Sarnoski erklärt, warum 'The Death of Robin Hood' das Publikum herausfordert.

28.08.2026 2 Min Lesezeit 1645 Aufrufe

Michael Sarnoski ist sich bewusst, dass sein neuer Film 'The Death of Robin Hood' für viele Zuschauer gewöhnungsbedürftig sein dürfte.

Der Regisseur und Drehbuchautor hat die bekannte Legende deutlich düsterer angelegt und wollte bewusst eine Seite des berühmten Gesetzlosen zeigen, die sich von den klassischen Erzählungen unterscheidet. Im Gespräch mit der Zeitung 'The Times' erklärte Sarnoski, dass Filmemacher oft in einem Dilemma stecken: Einerseits wünsche sich das Publikum bekannte Geschichten, andererseits werde kritisiert, wenn immer wieder dieselbe Handlung neu aufgelegt werde. "Dann versucht man, ihnen etwas anderes zu geben, und sie sagen: 'Warum können wir nicht wieder unseren klassischen Robin Hood haben?‘ Darüber darf man sich keine Gedanken machen", sagte er. Sarnoski habe von Anfang an gewusst, dass seine Interpretation nicht jedem gefallen werde. Trotzdem halte er es für wichtig, dem Publikum neue Perspektiven auf bekannte Figuren zu eröffnen. "Wenn wir den Menschen nur die Versionen von Figuren geben, die sie bereits kennen, werden wir uns nicht besonders weiterentwickeln", betonte er.

Gerade die erste Stunde des Films soll äußerst düster und blutig ausfallen. Für Sarnoski war diese Konsequenz notwendig, damit sofort klar wird, dass sein Robin Hood kein klassischer Held ist. Gespielt wird die Titelfigur von Hugh Jackman. "Die Menschen gehen beim Anschauen automatisch davon aus, dass Robin ein Held und ein guter Kerl war", erklärte der Regisseur. Deshalb habe man bewusst sehr weit gehen müssen: "Wir sagen damit: Dieser Mann ist brutal. Er ist kein missverstandener Held, der einfach ein schweres Leben hatte." Dabei beruft sich Sarnoski auch auf frühe Robin-Hood-Balladen, die wesentlich grausamer seien, als viele moderne Adaptionen vermuten lassen. In 'Robin Hood and Guy of Gisborne' etwa enthaupte Robin seinen Gegner Guy, setze dessen Kopf auf und gebe anschließend vor, Guy selbst zu sein. "Ich meine – was?", kommentierte Sarnoski diese drastische Episode. Auch das traditionelle Ende der Legende findet der Filmemacher bemerkenswert. Robin Hood soll demnach in einem Kloster ruhig gestorben sein. "Er wird einfach langsam durch Aderlass zu Tode gebracht", sagte Sarnoski. Das sei kaum ein spektakulärer Tod, sondern eher so, "als würde man in einer Kirchenkammer ganz langsam einschlafen".

Sarnoski versteht seinen Film dennoch nicht als radikale Neuinterpretation. Vielmehr habe er sich gefragt, was passieren würde, wenn die brutalen Ereignisse der alten Geschichten tatsächlich stattgefunden hätten – und welche psychischen Folgen sie für einen Menschen hätten. "Was wäre, wenn einige dieser gewalttätigen Dinge tatsächlich passiert wären? Was wäre, wenn er damit so umgegangen wäre wie viele Menschen, nämlich dass er davon auf gewisse Weise verfolgt wird?", fragte der Regisseur. Am Ende nähere sich sein Film sogar einer der ältesten überlieferten Versionen von Robins Tod an. Sarnoski sieht darin keine völlig abwegige Variante der Figur. Seine Interpretation sei in gewisser Weise ebenso historisch plausibel wie die Vorstellung eines tanzenden Fuchses: eine Anspielung auf die bekannte Zeichentrickversion der Geschichte.

Quelle: Bang Showbiz
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Nicolas Berg

Redakteur für internationale Popkultur & Lifestyle

Analysiert für promi-deluxe.de die Entwicklungen in der amerikanischen und britischen Unterhaltungsindustrie. Durch seinen journalistischen Fokus auf internationale Popkultur, Hollywood-News und globale Award-Shows kuratiert und bereitet er die spannendsten Geschichten aus Übersee stilsicher für unsere Leser auf.

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