Iris Berben äußert Kritik an der Filmindustrie

Iris Berben äußert Kritik an der Filmindustrie.

28.08.2026 2 Min Lesezeit 198 Aufrufe

Iris Berben gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Films.

Doch auch mit 76 Jahren will sich die Schauspielerin nicht auf bestimmte Rollenmuster festlegen lassen. In einem Gespräch mit dem Magazin 'Politik Kultur' des Deutschen Kulturrats kritisierte sie, dass ältere Frauen in der Filmbranche noch immer häufig auf wenige Figuren reduziert würden. Berben hat zahlreiche unterschiedliche Charaktere verkörpert: von Ermittlerinnen über Geliebte bis hin zu glamourösen Frauen. Mit zunehmendem Alter beobachtet sie allerdings eine Einschränkung bei den Angeboten. "Ich möchte nicht nur die patente, lustige, schräge oder liebliche Großmutter spielen", stellte sie klar. Das Alter allein dürfe schließlich nicht darüber entscheiden, welche Geschichten einer Schauspielerin noch zugetraut werden.

Besonders stößt der Schauspielerin auf, dass Frauen in einem bestimmten Lebensabschnitt noch immer auf die Rolle der Großmutter reduziert werden. Berben hält dagegen: "Da ist ein Mensch mit eigenen Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen. Die hören nicht auf." Ihre Forderung steht dabei in einem größeren Zusammenhang. Frauen beklagen seit Jahren, dass ihnen mit zunehmendem Alter weniger Rollen angeboten werden oder die Figuren deutlich eindimensionaler ausfallen.

Dass Berben selbst weiterhin anspruchsvolle Aufgaben erhält, zeigt ihre jüngere Filmografie. In '791 km' aus dem Jahr 2023, 'Der Spitzname' von 2024 und 'Ein fast perfekter Antrag' von 2026 spielte sie jeweils Frauenfiguren mit eigener Geschichte und gesellschaftlicher Bedeutung. Auch aus Sicht des Deutschen Kulturrats entspricht das traditionelle Bild älterer Frauen längst nicht mehr der Realität. Im Gespräch wurde darauf hingewiesen, dass Frauen um die 50 häufig noch einmal beruflich durchstarten, wenn die Kinder aus dem Haus sind und neue Perspektiven entstehen.

Berben beschäftigt das Thema Gleichberechtigung in der Filmwelt bereits seit vielen Jahren. Sie hat wiederholt darauf hingewiesen, dass Frauen bei Produktionen, Drehbüchern, Regie und Filmförderung noch immer Nachteile haben. In einem früheren Interview forderte sie sogar, die Hälfte der Fördermittel Frauen zukommen zu lassen. Dabei sieht sie durchaus Veränderungen. Frauen würden heute stärker wahrgenommen, Forderungen würden selbstbewusster formuliert und der Dialog innerhalb der Branche habe sich verbessert. Trotzdem sei noch viel zu tun. "Wir befinden uns auf dem Weg des Fortschrittes", sagte Berben – verbunden mit dem Hinweis, dass der Weg noch lange nicht beendet sei. Erst Anfang August wurde bekannt, dass Berben mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 ausgezeichnet wird. Der Deutsche Kulturrat würdigt damit unter anderem ihren Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Die Verleihung ist für den 24. September vorgesehen.

Quelle: Bang Showbiz
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Alexander von Walden

Leitender Redakteur Gesellschaft & Entertainment

Verantwortet als erfahrener Medien- und Entertainment-Journalist das tagesaktuelle Boulevard-Ressort auf promi-deluxe.de. Er widmet sich schwerpunktmäßig der europäischen Medienlandschaft und den Königshäusern, prüft eingehende Agenturmeldungen auf Relevanz und sichert die redaktionelle Qualität der täglichen News.

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