Elizabeth Holmes' Partner verteidigt gemeinsame Teilnahme an Dokumentation
Elizabeth Holmes' Partner verteidigt gemeinsame Teilnahme an Dokumentation.
Billy Evans, der Partner der verurteilten Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes, hat die Entscheidung verteidigt, sich gemeinsam mit ihr für die Dokumentation 'You Can See Everything' filmen zu lassen.
Regisseur Nathan Fielder und Filmemacher Lance Oppenheim erhielten Zugang zu ihrem Zuhause – und zwar in den Tagen vor Holmes' Haftantritt. Eine Geschworenenjury hatte sie zuvor des Betrugs an Investoren ihres inzwischen gescheiterten Bluttest-Unternehmens Theranos für schuldig befunden. Sie wurde zu elf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Im Podcast 'All-In' erklärte Evans, weshalb er sich auf das Projekt eingelassen habe. "Elizabeth stand vor einer elfjährigen Haftstrafe. Es war ihr untersagt, sich öffentlich in irgendeiner Form zu äußern. Die Dokumentation sollte erst erscheinen, wenn sie wieder sprechen darf. Es gab bereits zahlreiche Medienberichte über sie und viele Menschen haben ihre Geschichte erzählt. Das Bild, das sich daraus ergeben hat, ist inzwischen ziemlich festgefahren." Die Idee sei gewesen, Holmes als Menschen zu zeigen und dem Publikum ein eigenes Urteil zu ermöglichen. "Es ging nicht darum, den Prozess noch einmal aufzurollen. Elizabeth durfte zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht über den Fall sprechen und wollte sich an die Regeln halten. Die Zuschauer sollten sehen, wer sie ist, und sich selbst eine Meinung bilden können."
Evans berichtete auch von den Vorbehalten, mit denen er konfrontiert worden sei, als er sich in Holmes verliebte. Selbst enge Freunde und Familienmitglieder hätten zunächst ungläubig reagiert, als sie von der Beziehung erfuhren. "Jeder Einzelne von ihnen dachte anfangs, ich sei verrückt. Sie fragten: 'Weißt du überhaupt, wer sie ist?' Ich habe ihnen gesagt: 'Ich verstehe, warum ihr so denkt, aber lernt sie erst einmal kennen.'" Sobald diese Menschen Holmes dann in ihrem natürlichen Umfeld erlebt hätten – etwa bei einer Wanderung oder wenn sie Freunden half –, habe sich ihre Einschätzung grundlegend verändert. Genau diesen Effekt habe er sich von der Dokumentation erhofft: "Es ging darum, das auf eine größere Ebene zu bringen und anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, Zeit mit ihr zu verbringen und sich selbst ein Bild zu machen."
Ganz ohne Bedenken blickt Evans dem Projekt allerdings nicht entgegen. Er räumte ein, dass die Teilnahme möglicherweise "das Dümmste sein könnte, was ich je getan habe". Auch Holmes' Auftreten im Trailer bereite ihm Sorgen: Sie sehe darin "völlig verrückt" aus. Zugleich gab er zu, die Dokumentation bislang noch nicht gesehen zu haben. "Bin ich nervös? Ich habe schon so viele intensive und surreal anmutende Erfahrungen gemacht, dass es einiges braucht, um meinen Blutdruck steigen zu lassen. Natürlich habe ich auch hier Bedenken. Aber letztlich war es unsere Entscheidung." Holmes und Evans lernten sich 2017 kennen. 2021 kam ihr Sohn William zur Welt, 2023 folgte Tochter Invicta.
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