Chase and Status kritisieren strukturelle Probleme in der britischen Musikszene
Chase and Status haben es satt, dass Künstler aufgrund ihrer Herkunft "keinen Erfolg haben".
Chase and Status beklagen, dass zu viele Talente in der britischen Musikbranche aufgrund struktureller Probleme keine Chance bekommen.
Die Musiker wollen sich deshalb verstärkt dafür einsetzen, der nächsten Generation den Zugang zur Musik zu erleichtern. Das Drum-and-Bass-Duo, bestehend aus Will Kennard und Saul Milton, startete 2003 seine Karriere und schaffte 2009 mit der gemeinsamen Single 'End Credits' mit Plan B den Durchbruch. Seither gehört die Förderung junger Talente zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit. Im Gespräch mit dem Magazin 'The Big Issue' erklärte Kennard, der unter seinem Künstlernamen Status bekannt ist, dass das bestehende System vielen Nachwuchsmusikern den Weg erschwere.
"Wir haben gesehen, dass viel zu viele Talente ungenutzt bleiben, weil das System nicht besonders fair aufgebaut ist", betonte er. Die musikalische Ausbildung an staatlichen Schulen sei massiv gekürzt worden. Wer nicht über viel Geld verfüge oder eine Privatschule besuche, habe deshalb deutlich weniger Zugang zur Musikwelt. "Das ist absurd. Denn die talentiertesten jungen Leute kommen oft gerade nicht aus diesen Kreisen", kritisierte der 45-Jährige. Kennard und sein Bruder gründeten vor zehn Jahren die Bildungseinrichtung East London Arts and Music. Nun planen sie, "weitere Schulen zu eröffnen", um noch mehr jungen Menschen musikalische Möglichkeiten zu bieten.
Gleichzeitig blicken Chase and Status auf eine Karriere zurück, die ihre ursprünglichen Vorstellungen weit übertroffen hat. "Unsere Träume waren nie so groß – wir haben sie schon vor langer Zeit verwirklicht. Und das sagen zu können, ist etwas Wunderbares", verriet Kennard. Früher hätten sie davon geträumt, als DJs im Club The End aufzulegen. Das sei damals der Höhepunkt ihrer Ambitionen gewesen. Alles, was danach kam, habe sich wie ein Wirbelwind angefühlt.
Inzwischen standen Chase and Status sogar beim Glastonbury Festival auf der Bühne. Für ihr jüngeres Ich wäre das kaum vorstellbar gewesen. "Wir waren Kids, die Vinylplatten sammelten und davon besessen waren, vor 300 Leuten bei einer Rave-Party richtig aufzudrehen", ergänzte Kennard. Auch ein Nummer-eins-Hit lag damals außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Ihre Musik sei so Underground gewesen, dass weder ihre Eltern sie verstanden hätten noch das Radio sie gespielt habe. "Die Vorstellung, dass der schräge Sound, den wir in unserem dunklen Zimmer produzierten, einmal ein Nummer-eins-Hit werden könnte – so wie unser Song 'Backbone' mit Stormzy aus dem Jahr 2024 –, wäre deshalb völlig verrückt gewesen", gestand der Künstler.
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