Anya Taylor-Joy: 'Frauen betreiben kein Method Acting, weil wir nicht den Verstand verlieren können'

Die 'Lucky'-Darstellerin äußert sich kritisch zu der umstrittenen Schauspieltechnik.

05.08.2026 2 Min Lesezeit 363 Aufrufe

Anya Taylor-Joy ist der Meinung, dass Schauspielerinnen kein Method Acting betreiben, weil sie "nicht völlig den Verstand verlieren können".

Bei dieser Schauspieltechnik tauchen Darsteller vollständig in eine Rolle ein. Die BBC beschreibt Method Acting so, dass Schauspieler die Rolle nicht nur spielen, sondern zur Figur werden. Statt Emotionen lediglich darzustellen, sollen sie diese mithilfe eigener Erfahrungen und Gefühle tatsächlich empfinden. Zu den bekanntesten Vertretern der Methode zählen Robert De Niro, der sich zur Vorbereitung auf 'Taxi Driver' wochenlang als lizenzierter Taxifahrer in New York ans Steuer setzte, sowie Daniel Day-Lewis. Für seine Rolle in 'Mein linker Fuß' blieb er zwischen den Drehs im Rollstuhl, setzte seine Beine nicht ein und musste am Set sogar gefüttert und getragen werden.

Im Gespräch mit 'Complex News' erklärte Taylor-Joy, dass sie diese Arbeitsweise selbst nie ausprobiert habe. "Wenn man genau hinschaut, betreiben Frauen kein Method Acting, weil wir Dinge haben, um die wir uns kümmern müssen. Deshalb können wir nicht komplett den Verstand verlieren", sagte sie. Die 'Lucky'-Darstellerin beschrieb Schauspielerei als eine Art kontrollierte Psychose. "Man gibt vor, jemand anderes zu sein, denkt 16 Stunden am Tag wie diese Person und bewegt sich wie sie – in ihrem Haus, in ihrer Kleidung. Es ist, als würde man für eine Weile eine Schwester oder Mitbewohnerin da oben im Kopf einziehen lassen", erläuterte sie.

Taylor-Joy sei "sehr dankbar", Menschen in ihrem Leben zu haben, die das "verstehen und wissen". Der 'Das Damengambit'-Star erklärte weiter: "Wenn es manchmal zu weit geht, rufen sie mich beim Namen der Figur und sagen: 'Wir müssen noch einmal nach dem Rechten sehen.'" Gleichzeitig machte die Schauspielerin deutlich, dass sie dauerhaftes Method Acting für problematisch hält. "Ich kann mir nicht vorstellen, das die ganze Zeit durchzuziehen. Man arbeitet mit Hunderten Menschen zusammen, und es gehört zu deiner Verantwortung, gut zu ihnen zu sein und ihnen zu helfen, ihren Job bestmöglich zu machen." Wer zu sehr darin aufgehe, "ein Ar***loch" zu sein, mache die Zusammenarbeit für niemanden angenehm, so Taylor-Joy.

Quelle: Bang Showbiz
Redaktionelle Verantwortung
Nicolas Berg

Redakteur für internationale Popkultur & Lifestyle

Analysiert für promi-deluxe.de die Entwicklungen in der amerikanischen und britischen Unterhaltungsindustrie. Durch seinen journalistischen Fokus auf internationale Popkultur, Hollywood-News und globale Award-Shows kuratiert und bereitet er die spannendsten Geschichten aus Übersee stilsicher für unsere Leser auf.

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